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Welche Krankenkasse freute sich in der Vergangenheit schon über chronisch kranke Kunden in den eigenen Reihen? Ein soziales Ungleichgewicht war zwischen jenen Trägern der Krankenversicherung gegeben, die über einen relativ geringen Anteil an sehr kranken Mitgliedern verfügten und somit günstige Konditionen an alle Beteiligen weiter geben konnten, und jenen bei denen die schwer kranke Patienten beheimatet waren. So war es kein Geheimnis, dass jede Krankenkasse ein gewisses Interesse daran hegte, Einzahler zu finden, die selbst nur geringe Kosten für das Gesundheitssystem verursachten. Im Januar 2009 wurde der Gesundheitsfond eingeführt, der dieses Prinzip ad absurdum führen sollte. Nun sind es die Krankenkassen, deren Patienten nur wenige Kosten für das Gesundheitssystem verursachen, die sich an den Kosten der anderen Kassen stärker mitbeteiligen werden.
Kritiker argwöhnen, die Folge dieser Maßnahme könnte sein, dass die Träger der Krankenversicherung fortan sich ermutigt fühlten, ihre Mitglieder aufzufordern, Mehrkosten für das Gesundheitssystem zu verursachen, um einen höheren Anteil aus dem Gesundheitsfonds zu erhalten. Zu Gute halten muss man dem Ansatz des Gesundheitsfonds jedoch, dass er einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu leisten kann, dass auch chronisch kranke Patienten in Zukunft zu attraktiven Kunden für die Krankenkassen sind. Insgesamt muss aber das Prinzip der Bewertung in Frage gestellt werden. Derzeit stellt die Private Krankenversicherung für viele Selbständige und für Arbeitnehmer, die eine festgesetzte Einkommensgrenze überschreiten, die günstigere Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung dar. Immer wieder ist von Politikern zu hören, dass die Private Krankenversicherung abgeschafft werden soll. Dabei stellt sich aber die Frage, wie die 10 Prozent Bevölkerungsanteil die privat Krankenversichert sind, die 90 Prozent GKV Versicherten retten sollen. Viele Arztpraxen konnten nur durch die Privat Krankenversicherten Patienten den technischen Fortschritt in ihrer Praxis finanzieren. Davon profitieren schlussendlich auch die gesetzlich versicherten Patienten.
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